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Unsere Chronik


Der Beruf des Klempners und Installateurs ist ein vergleichsweise junges Gewerbe. Ihre Vorgänger waren Kupferschmiede und Blechschläger. Die ersten Klempner sind 1821 in Koblenz nachweisbar. 1850 gab es bereits 46 Klempner, 38 Spengler und Blechschläger sowie 25 Buntmetallschmiede mit eigenem Betrieb im Stadtbezirk. Sie beschäftigten mehr als 160 Hilfskräfte. Bereits 1835 gründeten einige Blech- und Kupferschläger, Gürtler und Zinngießer eine eigene Sterbekasse. Auf diese Weise sollten Betrieb und Familie wenigstens etwas gegen finanzielle Risiken abgesichert werden. Die Kasse wurde erst im Jahr 1900 aufgelöst.

Nach 1880 kamen sanitäre Einrichtungen, Gasbeleuchtungen und Warmluftheizungen auf. Dadurch belebte sich einerseits das Geschäft ganz erheblich, andererseits nahm aber auch der Wettbewerb zu. In dieser Situation entschlossen sich die konkurrierenden Handwerker zur Gründung von Innungen. Auf diese Weise wollten sie einerseits leichter mit den wachsenden technischen und theoretischen Anforderungen ihrer Berufe Schritt halten. Andererseits hofften sie mit Hilfe von Zwangsinnungen, die Konkurrenz beschränken zu können.

17 Klempner, Kupferschmiede, Installateure, Gürtler und Zinngießer — etwa die Hälfte aller Meister ihrer Gewerbe — schlossen sich zusammen. Am 28. März 1888 wurde die »Metallarbeiter-Innung« von der königlich-preußischen Regierung in Koblenz genehmigt. Daraufhin wählte die erste Mitgliederversammlung am 23. Mai 1888 den königlichen Hoflieferanten, Kupferschmied und Pumpenmacher Friedrich Mannebach zum Obermeister. Der Koblenzer Oberbürgermeister Schüller war bei dieser Sitzung anwesend. Die Innungsmeister beteiligten sich an der Gründung des Koblenzer Innungsausschusses und verpflichteten sich, ihre Lehrlinge regelmäßig am Unterricht der städtischen Handwerker-Fortbildungsschule teilnehmen zu lassen. Trotz des erfolgversprechenden Anfangs scheiterte die Innung schon nach~ kurzer Zeit. Die Mitglieder mussten erkennen, dass die von ihnen angestrebte Zwangsinnung für alle Installationshandwerke nicht zu erreichen war, deshalb traten schließlich Ende Dezember 1891 alle aus der Innung aus. Die an Gewerbefreiheit gewöhnten Meister gaben als weitere Begründung an, dass die Auflagen der Behörden und insbesondere die Pflichten gegenüber den Lehrlingen zu groß gewesen seien.

Trotz des Misserfolges fanden sich Klempner, Installateure und verwandte Handwerke schon bald zu einer neuen Innung zusammen. Da die Unterlagen über die Metallhandwerker-Innung verloren gegangen sind, ist ihr Gründungsdatum jedoch unbekannt. Diese zweite Innung löste sich um 1906 wieder auf.
 
Da die Einsicht wuchs, dass sich mit Hilfe von Zusammenschlüssen weit mehr erreichen ließ als durch Einzelaktionen, gelang am 1. Januar 1908 die Gründung einer „Zwangsinnung für alle Klempner, Kupferschmiede und Installateure« in Koblenz, Ehrenbreitstein und Pfaffendorf“. Die 64 Mitglieder - darunter auch einige Elektriker - wählten am 7. Januar Johann-Baptist Laar zu ihrem Obermeister.

Am 6. Oktober 1910 richtete die Innung einen Fachunterricht ein. Bereits im ersten Jahr nahmen 36 Klempnerlehrlinge an den Kursen teil. Die Kosten von Lehr- und Arbeitsmitteln waren hoch. Mit städtischer Unterstützung wurden deshalb für die Schule mehrere Lehrbücher und Modelle beschafft. Die Innungsfachschule funktionierte zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Sie ging später in die städtische Gewerbeschule über. Der Erfolg des Fachunterrichts ist hauptsächlich dem Engagement von Franz Weis zu verdanken. „Meister Franz“ prägte durch die Weitergabe seiner Kenntnisse und durch die Vermittlung seines hohen beruflichen Selbstverständnisses mehrere Generationen von Klempnern und Installateuren. Heute ist nach ihm eine Koblenzer Straße benannt.
Am 27. Februar 1912 wurde der Ingenieur, Elektro-, Gas- und Wasserleitungsinstallateur Conrad Mayr neuer Obermeister. Er führte die Innung durch die Not des Ersten Weltkrieges und die Wirtschaftskrise der frühen zwanziger Jahre.
 
Nach 1923 besserte sich die Situation allmählich. Anfang 1924 wurde der Installateur Carl M. Wolf zum Obermeister gewählt. Die vergangenen Kriegsjahre hatten inzwi­schen die Einsicht gefordert, dass sich das Handwerk durch die Einrichtung bergeordneter Interessenvertretungen eine stärkere Lobby schaffen müsse. Diese Erkenntnis führte unter anderem am 15. Mai 1924 zur Gründung eines Bezirksverbandes der Installateure in Koblenz. Die anwesenden Meister bestimmten den Koblenzer Emil Wittbecker zum Vorsitzenden.
 
Am 18. Januar 1926 entschlossen sich die Meister, ihre inzwischen kaum noch funktionierende Zwangsinnung zugunsten eines freien Zusammenschlusses aufzulösen. Bereits am 31. März des gleichen Jahres genehmigte der Bezirksausschuss die Statuten der „Freien Klempner-und Installateur-Innung für Koblenz“. Die 21 Mitglieder wählten Eduard Zimmermann zum Obermeister. Sein Nachfolger wurde zwei Jahre später Carl Bornemann.

Die zunehmenden politischen Erfolge der Nationalsozialisten erfüllen alle besonnenen Meister mit Besorgnis. Da von den Nazis bekannt war, dass sie es u. a. auch auf das Vermögen der Innungen abgesehen hatten, machte der Innungskassierer Josef Busch 1931 den Vorschlag, die Kasse auf einem großen gemeinsamen Fest „auf den Kopf zu hauen“. Seine Idee fand allgemeine Zustimmung. Man veranstaltete eine Feier auf der Marksburg, an die sich alle Beteiligten noch lange erinnerten.
 
Die Zeit der Freude und des Feierns fand 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ein Ende. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden dann alle jüngeren Meister und Gesellen zum Kriegsdienst eingezogen. Die übrigen Klempner und Installateure sahen sich bald vor die unlösbare Aufgabe gestellt, die ständig zunehmenden Kriegsschäden zu beseitigen.
 
Mit dem Einmarsch der amerikanischen Besatzungstruppen am 27. März 1945 endete der Alptraum von Krieg und Terror. Die Amerikaner enthoben Carl Borne­mann seines Amtes. Danach wurde Klempnermeister Wilhelm Krampen von Vertretern der Militärverwaltung zum Obermeister ernannt.
 
Der Wiederaufbau der Innung war schwierig, denn von fünf bis sechs Meistern abgesehen, befanden sich alle übrigen noch in Kriegsgefangenschaft und kehrten erst allmählich zurück. Die Arbeit war in dieser Zeit ohnehin nicht zu bewältigen. In dem zu 83 Prozent zerstörten Koblenz mussten erst einmal Teile der Wasser- und Gasleitungen stillgelegt werden, um die noch funktionsfähigen Reste „unter Druck“ setzen zu können. Man nahm Kontakt zu den örtlichen Versorgungsdienststellen für Wasser und Gas auf, um schnellstens einen Zulassungsausschuss zu bilden.
 
Die Jahre zwischen 1945 und 1948 standen unter dem Motto: Viel Arbeit, noch mehr Improvisation und - we­nig Geld. Der Obermeister hatte das Material zu verteilen. Er musste die monatlichen Zuteilungen der Militärverwaltung - fünf Glühbirnen, einen Klosettkörper und 20 Meter Rohr – „gerecht“ unter den Innungsmitgliedern verteilen.
 
Ansonsten war Material - auch infolge der französischen Requirierungen - nur auf dem „Schwarzen Markt“ zu beschaffen. In dieser Notzeit hielten alle Meister eng zu­sammen. Neben dem ständigen Austausch aller Arbeitsmittel beschaffte man sich in oft lebensgefährlichen gemeinsamen Einsätzen Material aus den Trümmern. Nach der Währungsreform im Spätsommer 1948 standen alle Materialien und Werkzeuge wieder in ausreichendem Maße zur Verfügung.
 
Bereits kurz nach Kriegsende nahm Klempnermeister Willi Wirtz den bewährten Fachunterricht wieder auf. Er hielt den Unterricht zunächst in einer provisorischen Baracke hinter den Trümmern der Festhalle ab. Die Schulstunden fanden zu dieser Zeit noch immer am Feierabend und samstags nachmittags statt.
 
Ab 1950 lief dann endlich wieder alles in festen Bahnen. Infolge des anhaltenden Baubooms erlebte der Berufsstand einen Aufschwung, der bis zu Beginn der 80er Jahre andauerte. Obermeister Krampen führte die Innung, in Verbindung mit dem Vorstand, 34 Jahre lang. Die stellvertretenden Obermeister Jean Mohr (1954 - 1962, seit 1951 - 1977 Vorstandsmitglied) und Karl Thunert (1963 - 1975) Horst Nefen (1975 - 1979) unterstützten ihn in seinem Bestreben, den Erfolg der Innung auf der Basis einer straffen Leitung auszubauen und zu sichern. Ihre Bemühungen waren fruchtbar. So entschloss sich 1971 die auf neun Mitglieder zusammengeschrumpfte Bopparder Innung der Koblenzer Vereinigung beizutreten. 1978 gelang es, nicht zuletzt dank des Einsatzes von Kollege Josef Bartz, auch die Cochemer Kollegen zum Beitritt in die Koblenzer Innung zu bewegen.

Von 1979 bis 1990 leitete Horst Nefen die auf 100 Mitglieder erstarkte Innung zur allgemeinen Zufriedenheit. Die Meister Toni Götten, Jean Mohr, Karl Fuck und Willi Wirtz wurden aufgrund ihrer langjährigen erfolgreichen Tätigkeit für die Innungsgemeinschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt. Wilhelm Krampen erhielt den Titel des Ehrenobermeisters.
 
1988 feierte die Innung ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Festabend im Rahmen des Landesverbandstages in Koblenz.

 
Von 1990 bis 2002 leitete Walter Anspach die Innung als Obermeister. In dieser Zeit nahm der Fachverband seine Geschäftsstelle im Servicehaus Handwerk auf und die Heizungsbauer traten der Innung Mittelrhein/Mosel bei. Im Jahr 2002 wurde Walter Anspach zum Ehrenobermeister der Innung ernannt. 

Von 2002 bis 2016 war Friedhelm Schmitz Obermeister der Innung. Mehrfach nahm die Innung an der Handwerksmesse in Koblenz teil, wobei unter „Wasser-Wärme-Luft“ auf 700 m“ die breite Palette der SHK-Branche vorgestellt wurde. Zusammen mit den Partnern der Industrie und des Großhandels, an erster Stelle Dr. Eugen König, findet seit 2008 jährlich der „Tag der Energie“ und der „Tag des Bades“ in Koblenz statt.



Seit 2017 ist Patrick Schmitz als Obermeister für die Innung tätig und Friedhelm Schmitz wurde zum Ehrenobermeister der Innung ernannt.